

Der längst zum Schlagwort gewordene Begriff "Stress" stammt aus dem Englischen und bedeutete ursprünglich Verzerrung oder Verbiegung auf dem Gebiet der Materialprüfung. In der Biologie wurde der Begriff 1950 durch den Mediziner Hans Selye eingeführt und er wird seit ca. 1970 auch im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet.
In der Medizin war der Begriff Stress anfänglich tendenziell negativ belastet. Man verstand darunter Belastungen, Anstrengungen und Ärgernisse – kurzum Dinge, denen ein Lebewesen täglich durch Lärm, Hetze, Frustration, Schmerz und vielem anderen ausgesetzt ist. Es ging also um Anpassungsanstrengungen, bei denen Menschen unter seelischem und körperlichem Druck stehen.
Nach der DAK Umfrage vom Dez. 2007, gab jeder zweite der Befragten an, unter Zeitdruck im Beruf zu leiden, bei den 18-29- Jähringen sind davon sogar 66 Prozent betroffen. Unter Stress im Alltag leiden 42 Prozent und unter Ärger in der Familie leiden 40 Prozent. Laut Weltgesundheitsorganisation wird die Depression im Jahr 2030 diejenige Krankheit sein, die die Menschen nach Aids am meisten belastet.
Dr. Schumacher, ein britischer Wirtschaftsexperte, warnt davor, dass Stress eine Bedrohung für die Existenz der gesamten Menschheit werden könnte. Stress bedrohe immer stärker die biologischen Funktionen des Menschen und könne sogar, ganz im Sinne der Evolution der Natur, zur Auslöschung der gesamten Population führen. (z. B. durch Kreislauferkrankungen, Aids etc.). Finden wir uns also damit ab, dass der Stressmechanismus trotz der längst veränderten Umweltbedingungen immer noch exakt nach dem gleichen Schema abläuft, wie es schon vor zehntausenden von Jahren bei unseren steinzeitlichen Vorfahren der Fall war. Es handelt sich um vorprogrammierte, unbewusste Vorgänge, die einer Willensbeeinflussung nicht zugänglich sind. Orientieren wir uns an diesen Vorgängen und ziehen wir Konsequenzen. Ändern wir unser Denken und Handeln unter dem sanften Druck der natürlichen Weisheit so, dass wir von diesem lebensrettenden Mechanismus wieder profitieren und nicht länger unter seiner Entartung zu leiden haben.
